Die deutsche Bahn! đŸ˜Ą

Wenn man sich vornimmt, sich nirgends mehr hineinzustressen, sollte man am besten einen großen Bogen um die deutsche Bahn machen.

Eigentlich war der Plan heute morgen, einfach nur einen lieben Menschen zum Bahnhof zu bringen. Ich löste also einen Parkschein, weil ich ja weiß wie schnell man gerade am Bahnhof n Knöllchen bekommt. Gezahlt habe ich fĂŒr ĂŒber ne halbe Stunde und ich brauchte nur etwa ein Drittel der Zeit. Der Parkschein lag gut sichtbar hinter der Windschutzscheibe.

Doch als ich vom Bahngleis wiederkam, hatte ich nen Strafzettel von ĂŒber 33€ dranhĂ€ngen. 😳

Ich wollte das gleich klar stellen, weil ich weiß wie schnell der Betrag steigt, wenn ich nicht gleich wiederrufe. Unter der angebenen Sevicerufnummer kam leider “Kein Anschluss unter dieser Nummer“ und im Bahnhof fĂŒhlte sich niemand dafĂŒr verantwortlich. Ich suchte also die zustĂ€ndige Politesse, konnte sie aber nach ĂŒber ner Stunde nicht auffinden.

Auch wenn der Parkschein gut sichtbar im Auto lag, habe ich wirklich VerstĂ€ndnis dafĂŒr, dass mal was schief geht. Aber, die Mitarbeiter scheinen ĂŒberhaupt nicht miteinander zu kommunizieren. Und anscheinend hat die deutsche Bahn auch nichts mit den ParkplĂ€tzen zu tun, obwohl das deutsche Bahn Logo direkt auf dem Parkschein steht. đŸ€”

Nach ĂŒber ner Stunde Suchen war ich wirklich kurz vorm Ausrasten. Ich sagte also dem Angestellten am Servicepoint, dass ich keine Geduld mehr habe und mich gerade zusammenreißen muss, hier nicht alles kaputtzuschlagen. 😡 Und dann ging das plötzlich! 😊 Ich konnte dort einen Widerruf aufsetzen, den sie mir jetzt sonstwohin geschickt haben.

Ich glaube, es hat mich einfach nur besonders aufgeregt, weil ich mit der Bahn schon so viel erlebt habe und leider auch viel negatives.

RÜCKBLICK

Meine Chemotherapie ist schon einige Jahre her. Damals bekam ich in Erlangen nen Port gelegt. Ein Port ist ein Kunststoffteil mit Schlauch, was mir in den Oberkörper hineingepflanzt wurde. Der Schlauch fĂŒhrt in die Herzschlagader, wodurch die Chemo besser aufgenommen werden kann und man macht sich so nicht so leicht die Adern kaputt. Da ich sowieso an der Brust operiert wurde, legten sie den Port gleich wĂ€hrend der OP. Einen Tag spĂ€ter bekam ich meine erste Chemo und wurde danach direkt entlassen.

Da ich so oft in die Uniklinik musste, teilweise fĂŒnf mal die Woche ambulant, hatte ich beschlossen mit dem Zug zu fahren. Ich wollte nicht stĂ€ndig von anderen abhĂ€ngig sein. Es wunderte mich schon stĂ€ndig, dass die meisten Patienten mit dem Taxi kutschiert wurden oder mit dem Krankenwagen. Bei mir war das alles anders. Meine Krankenkasse zahlte kaum eine Fahrt und dabei ging es nur um relativ gĂŒnstige Zugtickets, die ich fast ausschließlich selbst zahlte. Obwohl ich immer wieder AntrĂ€ge stellte.

Naja, also musste ich wĂ€hrend meiner Chemo wieder mit dem Zug fahren. Als ich von Erlangen nach NĂŒrnberg unterwegs war, gab es schon die erste VerspĂ€tung. Mir ging es so schlecht, dass ich stĂ€ndig speien musste und Gliederschmerzen hatte ich so stark, dass ich dachte mir knicken die Beine gleich weg.

Ich suchte also den Schaffner, um ihm zu sagen, dass ich unbedingt den Anschlusszug erwischen muss, weil es mir so schlecht geht und ich eigentlich gar nicht unter Menschen darf, da ich momentan ziemlich kaputt bin. Der Schaffner telefonierte kurz und versicherte mir, dass der Zug auf mich warten wĂŒrde. Ich war total erleichtert und freute mich nur noch auf mein Bett und meinen damals vierjĂ€hrigen Sohn. 💜

Als der Zug ankam, beeilte ich mich total, um den Zug noch zu erwischen. Doch leider hatte da gar kein Zug auf mich gewartet. Ich musste also knapp zwei Stunden auf den nĂ€chsten Zug warten. Ich stand kurz vor nem Nervenzusammenbruch. Überall waren Menschen und die Ärzte hatten mir doch gesagt, dass ich mich nicht unter so vielen Leuten aushalten sollte und wenn dann nur mit Mundschutz! Eigentlich bin ich immer ein Mensch gewesen, der nicht wirklich viel weint. Aber mir liefen nur noch die TrĂ€nen hinunter und ich konnte gar nicht mehr damit aufhören.

Die restliche Zugfahrt war mehr als unangenehm. Ich verbrachte die HĂ€lfte der Zeit auf der Toilette und kotzte mir die Seele aus dem Leib. Es kam schon nichts mehr raus, aber ich musste immer wieder wĂŒrgen. Von außen hörte ich, wie andere Passagiere darĂŒber redeten, dass ich wahrscheinlich zu viel gesoffen hĂ€tte. 😂 Aber ich hatte keine Kraft und keine Nerven da noch etwas dagegen zu sagen.

Als ich zu Hause ankam, war ich so kaputt und hoffe mir nichts eingefangen zu haben. Aber schon zwei Tage spĂ€ter lag ich mit hohem Fieber wieder in der Klinik. Ich hatte mir auf dem ĂŒberfĂŒllten Bahnhof also doch was eingefangen. Das doofe ist eben, dass so eine Infektion wĂ€hrend einer Chemotherapie nicht selten zum Tod fĂŒhrt.

Etwa ein Jahr spĂ€ter wurde ich mal wieder operiert. Es war eine grĂ¶ĂŸere Operation, wovon ich große Wunden an beiden BrĂŒsten und komplett ĂŒber den Hintern hatte. Ich wurde aus der Klinik entlassen, mit der Anweisung zwei Wochen nur zu liegen, da sonst die NĂ€hte wieder aufplatzen wĂŒrden.

Meine Mutter rief extra bei der Bahn an, um einen Umsteig-Service fĂŒr mich zu organisieren. Der wurde uns auch zugesichert. Ich fragte auch nochmal beim Schaffner nach und er gab das ganze auch nochmal telefonisch weiter.

Doch als ich ankam, war niemand zu sehen. Ich wartete ein paar Minuten, doch es kam keiner.. Dann zog ich selbst los und dachte mir, mit dem Aufzug krieg ich das schon hin. Doch der Aufzug war leider defekt. Es war wie verhext! Ich wollte niemanden um Hilfe bitten. Ich glaube, die Leute sahen mir meist auch nicht an,wie schlecht es mir ging. Außerdem waren alle in Eile. Egal.. ich musste zum Zug! Ich zog also meinen Koffer Stufe fĂŒr Stufe die Treppe hinauf. Ich war so froh, als ich endlich im Zug saß!

Ich dachte, ich hĂ€tte es geschafft, aber kurz darauf platzen meine großen Narben am Hintern wieder komplett auf. Die Wunden eiterten, bluteten und es entstanden sehr große Narben. Die Operation musste nochmal komplett wiederholt werden. Ja, lĂ€uft eben nicht alles so, wie es soll! Auch nicht bzw vor allem nicht bei der deutschen Bahn.

SpÀter habe ich durch den VDK herausgefunden, dass mir normalerweise ein Krankentransport zugestanden hÀtte, mit Liege und medizinischer Versorgung.

Naja, shit happens!

Hoffe nur nicht mehr allzu viel. 😞

#cancer #brustkrebs #metastisierterbrustkrebs #deutschebahn #shithappens #keinbockmehraufdiebahn

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