Selbstvertrauen 💜

Als ich letztes Jahr meine Diagnose bekam, ging es mir schon Monate zuvor total beschissen. Eigentlich war es denk ich sogar die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich wurde von Menschen, die mir extrem nahe standen auf`s ĂŒbelste hintergangen und das immer wieder. Einen Tag bevor ich meine Diagnose bekam, ging es mir so schlecht, dass ich das erste Mal in meinem Leben meine Existenz in Frage stellte. Es gibt tatsĂ€chlich Menschen, die es schaffen, einen komplett zu zerstören, wenn man nicht aufpasst. Obwohl ich glaube, dass ich wirklich belastbar bin.

Die meisten hĂ€tten sich an meiner Stelle wahrscheinlich schon lĂ€ngst das Leben genommen, wenn sie so eine kranke Geschichte hinter sich hĂ€tten, wie ich. Auch, wenn man grundsĂ€tzlich ein starkes SelbstwertgefĂŒhl hat, gibt es Menschen, die es immer wieder schaffen, es zu zerstören.

In meiner Lage wĂŒnscht man sich Menschen, die an einen glauben. Die einem Mut machen und auch mal zuhören. Aber wenn ich eins im Leben gelernt habe, dann ist es das, dass man niemals etwas erwarten sollte, von niemandem. Jeder Mensch tickt anders und man sollte nicht von sich auf andere schließen. Die Welt ist voller Leute mit krassen Problemen, die nur ein Ventil dafĂŒr suchen, ihre Unzufriedenheit an anderen auszulassen. Sie projizieren ihren Selbsthass auf andere, um sich selbst besser zu fĂŒhlen.

Neid, Missgunst und Eifersucht gibt es so oft in jeglicher Art von Beziehungen. Aber, dass man auf einen Menschen wie mich eifersĂŒchtig ist, der eigentlich in der beschissensten Lage ĂŒberhaupt steckt, habe ich lange nicht verstanden. Mittlerweile verstehe ich es aber viel besser. Ich bin ein sehr glĂŒcklicher Mensch. Egal was passiert, ich fange mich immer wieder und ich versuche immer das Beste aus der Situation zu machen, in der ich mich gerade befinde. Wenn das Menschen sehen, die viel unglĂŒcklicher sind als ich, obwohl sie körperlich gesund sind, viel mehr Kohle haben, in einer intakten Familie leben und beruflich erfolgreich sind und mich dann sehen, wie ich mit dem ganzen đŸ’© in meinem Leben umgehe, entwickeln sie Neid und teilweise sogar einen richtigen Hass auf mich. Ich weiß aber mittlerweile, dass es dabei weniger um mich geht, sondern das Problem bei ihnen selbst liegt.

Die meisten in meiner Lage hĂ€tten sich lĂ€ngst aufgegeben. Je mehr man auf jemanden drauf haut, desto weniger Kraft, Antrieb und Ehrgeiz hat diese Person in der Regel. Mich hat auch einiges kaputt gemacht. Aber, ich habe alle Menschen aus meinem Leben verbannt, die mir immer wieder geschadet haben. Und in meinem Fall ist es so, dass ich gerade deshalb einen extremen Ehrgeiz und Lebenswillen entwickelt habe. Kaum jemand in meinem nĂ€heren Umfeld hat an mich geglaubt. Ich hatte lange Probleme damit. Man fĂŒhlt sich echt đŸ’©, wenn man in einer solchen Lage ist. Wenn man aber in Selbstmitleid versinkt, wird alles nur schlimmer.

Es gibt zwei Optionen, die man dann hat.

Die eine wĂ€re, einfach aufzugeben, sich langsam nach nem Hospizplatz umzusehen und alles zu regeln, wie es die Onkologen immer so schön umschreiben. Das heißt unter anderem, jemanden zu suchen, dem man sein Kind anvertraut, fĂŒr den Fall der FĂ€lle, der ja unweigerlich auf einen zukommt. Das werde ich nicht tun! Mein Sohn ist 16 Jahre alt und ich werde mindestens so lange leben, bis er komplett auf eigenen Beinen steht. Ich hatte meine Erstdiagnose, als er drei Jahre alt war und damals habe ich schon beschlossen, dass ich dafĂŒr sorgen werde, dass er nicht ohne Mutter aufwachsen wird.

Die zweite Option, die man hat wĂ€re, auf die Meinung anderer zu kacken und Eigeninitiative zu entwickeln. Das ist es, wofĂŒr ich mich entschieden habe und momentan fahre ich ganz gut damit. Ich habe viel gelesen ĂŒber meine Erkrankung, ĂŒber mögliche Therapiemöglichkeiten, ErnĂ€hrung, Entgiftung und die möglichen Ursachen. Ich lasse mir nichts mehr vorschreiben, was mein Leben und meine Gesundheit betrifft. Wenn mir jemand sagt, dass ich irgendetwas bestimmtes tun muss, tue ich es nicht, sondern hinterfrage das Ganze. Und ich weiß, dass ich eine Chance habe, noch lange und gut zu leben. 🍀 Und da kann mir die ganze Welt das Gegenteil erzĂ€hlen.

Letzes Jahr haben mir meine Ärzte prophezeiht, dass ich ohne eine Therapie noch maximal ein halbes Jahr leben werde. Es musste schnell gehen, darum habe ich eine Therapie begonnen. Als ich im Dezember 2017 meine Therapie abgebrochen habe und alleine weitergemacht habe, gab es kaum jemanden, der hinter mir stand. Viele haben mich belĂ€chelt, waren besorgt oder dachten, ich hĂ€tte nen Knall.

Meine Onkologin hat gemeint, ich könnte froh sein, wenn ich einen Stillstand hĂ€tte, so dass der Krebs eine Weile nicht weiterwachsen kann. Den hatte ich auch, durch diese Therapie. Aber, wenn meine Lunge voller kleiner und großer Metastasen hat, reicht mir ein Stillstand nicht aus. Meine Ärztin meinte, meine Tumormarker wĂŒrden niemals so weit zurĂŒckgehen, wie bei einem gesunden Menschen. Sie hat mir öfter gesagt, dass ich nicht stĂ€ndig nach anderen Heilmethoden suchen sollte. Ich mĂŒsse akzeptieren, dass ich unheilbar krank bin. Aber sie hat sich getĂ€uscht.

Seitdem sind bereits 1,5 Jahre vergangen und in meinem Blut ist momentan nichts mehr nachweisbar.

Es gab/gibt Menschen, die mir nichts gutes wĂŒnschen. Die mir das alles nicht gönnen. Aber dadurch entwickel ich einen noch viel stĂ€rkeren Willen, weiterzumachen. Ich werde denen, die mich am Boden sehen wollen zeigen, dass ich fliegen kann. đŸ•Šïž

Denn nicht die UmstĂ€nde, sondern allein deine Gedanken, entscheiden darĂŒber ob du glĂŒcklich bist oder nicht.💜🍀

#eigenverantwortung #cancer #brustkrebs #metastisierterbrustkrebs #daslebenistdaswasdudrasmachst #selbstvertrauen #selbstliebe

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