Staging

Vor einiger Zeit war ich in der Klinik, um mich komplett duchchecken zu lassen. Ein Staging ist eine Untersuchung, bei der CT Bilder, Mammographien und/oder Kernspintomographien gemacht werden, um den genauen Verlauf einer Krebserkrankung beurteilen zu können. Ich hatte letztes Jahr noch die Lunge voller Metastasen. Sie wurden nie gezählt. Dafür waren es zu viele. Der größte Knoten betrug 4,8 cm. In der Hüfte befindet sich noch eine größere Metastase und die Eierstöcke waren auch befallen.

Ich fing letztes Jahr eine schulmedizinische Therapie (Aromatasehemmer und Biphosphonate) an. Weil ich mich aber nicht damit abfinden wollte, dass ich jetzt Palliativpatientin bin, recherchierte ich selbst. Ich stellte meine Ernährung komplett um, fing an zu fasten, ließ mir Vitamin C Infusionen geben und ließ spezielle Untersuchungen in einer Privatklinik machen. Dabei stellte man fest, dass meine Darmwand porös ist. Das geht nicht nur mir so. Es gibt sehr viele Menschen, deren Darm geschädigt ist. Man merkt es nur nicht. Das kommt durch eine ungesunde Lebensweise. Vor allem Pestizide in unserer Nahrung führen dazu, dass nach und nach unser Darm massiv geschädigt wird. Seitdem bin ich dabei, regelmäßig zu entgiften und ernähre mich ballaststoffreich.

Ich fing an Sport zu treiben, machte Atemübungen und fing an zu meditieren. Es war nicht einfach, aber ich kam nach langem hin und her an Cannabisblüten heran. Daraus stellte ich mir zusammen mit einem Freund RSO (Rick Simson Öl) her. Das ist ein starkes Cannabis-Öl mit einem enorm hohen THC Gehalt. Rick Simson hat es nicht entdeckt. Aber er hat es bekannt gemacht, nachdem er seinen schwarzen Hautkrebs damit selbst geheilt hat. Ich nehme es immer noch und mir geht es so gut damit. Auf jeden Fall geht es mir viel besser, als mit dieser Anti-Hormon-Therapie. Nach und nach ließ ich gegen den Rat meiner Ärzte alle schulmedizinischen Medikamente weg. Dafür pumpte ich mich voll mit Vitaminen, Aminosäuren, Antioxidanzien und so weiter. Ich bekam Schwarzkümmelöl von meiner Verwandtschaft aus Algerien. Sie besorgten mir Tee von den Tuareg und eine Mischung aus Ginseng, Pollen, Kräutern und vieles mehr.

Meine Tumormarker gingen immer weiter zurück. Das ist der Entzündungswert im Blut, durch den man in der Regel den Verlauf einer Krebserkrankung verfolgen kann. Die Tumormarker sind nicht immer zuverlässig. Aber meine Onkologin ist der Ansicht, dass ich durch das steigen bzw sinken der Tumormarker das Wachstum bzw den Rückgang meiner Tumore bestimmen kann. Trotzdem bestand ich auf ein Staging.

Meine Tumormarker waren von 841 auf 27 zurückgegangen. Das ist der Wert eines gesunden Menschen. Darum war ich natürlich total glücklich darüber. Mein Hausarzt konnte es kaum glauben, als ich ihm erzählte, dass ich meine schulmedizinische Therapie seit Dezember 2017 nicht mehr mache. Er war total verblüfft. Ich hatte meinen Ärzten nichts davon erzählt, weil sie immer, wenn ich alternative Heilmethoden ansprach, sehr ignorant reagierten. Ich kam mir manchmal vor, als wäre ich ein Kleinkind und hätte selbst nichts zu sagen, was mein Leben betrifft. Ich weiß, dass sich Ärzte im Laufe ihres Studiums sehr viel Wissen aneignen, um ihre Patienten kompetent behandeln zu können. Und dann kommt da so ne verpeilte Chaotin (das ist das, was viele in mir sehen) an und holt sich Kräuter, Vitamine und Cannabis, um sich selbst zu behandeln. Natürlich sind die Schulmediziner nicht begeistert, wenn sie das hören. Meine Onkologin ermahnte mich immer wieder, dass ich nicht ständig nach Heilmethoden suchen soll. Ich wäre schließlich Palliativpatientin, mit dem halben Körper voller Metastasen. Sie würde aber versuchen, mir durch die schulmedizinischen Therapien noch etwas Leben zu ermöglichen. Sie meinte, ich würde es niemals schaffen, meine Tumormarker soweit zurückzudrängen, dass sie im Normbereich sind. Sie erklärte mir immer wieder, dass ein Stillstand der Metastasen schon ein großer Erfolg wäre. Wenn man aber die Lunge voller Metastasen hat, so dass man schon kaum mehr richtig atmen kann, ist einem das nicht genug. Das gilt zumindest für mich.

ICH HABE ES GESCHAFFT!

Im Juli war es soweit. Meine Tumormarker waren im Normbereich. Und auch sonst war alles gut. Ich hatte seit meiner Metastasendiagnose vor 1,5 Jahren keinen einzigen Infekt. Das gibt es kaum, wenn man Chemo und Co. macht. Ich habe in der Zeit so viele Krebskranke kennengelernt, die es nicht geschafft haben. Der Tod ist für mich zum Alltag geworden. Ích bin aus einigen Krebsforen ausgetreten, weil ich mich nicht ständig damit befassen will. In einer geschlossenen Krebs-Gruppe bin ich noch. In dieser Gruppe sind nur Frauen mit metastisiertem Brustkrebs. Diese Frauen sind so verdammt stark. Sie trösten sich gegenseitig, wenn es ihnen schlecht geht und geben sich Halt. Sie tauschen sich aus, über ihre Therapien und helfen einander. Ich bekomme Gänsehaut, wenn ich an sie denke. Aber manchmal brauche ich auch mal ne Pause von dieser Gruppe. Der Tod ist immer präsent. Am meisten trifft es mich, wenn junge Frauen sterben und ihre Kinder zurücklassen müssen. In der Regel sind die Kinder vor dem Tod ihrer Mütter schon traumatisiert. Das zerreist mir manchmal fast das Herz. Vor allem, wenn ich sehe, wie diese Frauen vorher gekämpft haben, für sich und ihre Familien. Was sie alles in Kauf genommen haben, um noch etwas leben zu dürfen. Manchmal ist es aber auch kein Leben mehr, sondern nur noch eine einzige Qual.

So lange ich kann, werde ich mir das nicht mehr antun. Nach allem, was ich durch habe, will ich keine Chemotherapien mehr, keine Östrogenblocker und auch keine weiteren Operationen. Ich werde nur noch selbst über meinen Körper entscheiden. Egal, was das für Konsequenzen für mich hat. Ich habe nicht mehr viel zu verlieren.

Jetzt zu meinem Staging!

Im Krankenhaus war es mal wieder so, wie es nun mal in so nem Krankenhaus ist. Ich sollte eine Computer-Tumographie bekommen. Ich wartete also im Zimmer, dass ich aufgerufen werde. Ich hätte meine Zeit auch gern anders verbracht, aber ich sollte auf dem Zimmer warten. Das ist nicht besonders angenehm, wenn man eine andere Patientin im Zimmer hat, die einen künstlichen Darmausgang hat und Durchfall dazu. Eigentlich müssen Patienten, die einen Darminfekt haben, ein Einzelzimmer bekommen, wegen der Ansteckungsgefahr von anderen Krebspatienten. Für Chemopatienten kann es tödlich sein, wenn sie sich mit Keimen, Bakterien oder Vieren infizieren. Es roch so schlimm, dass mir zwischenzeitlich sehr übel wurde. Ich wollte mich aber nicht beschweren. Erstens, weil meine Zimmergenossin sehr nett war und ich eine starke Verbundenheit zu ihr spürte und weil es meiner Mitbewohnerin selbst total unangenehm war. Außerdem wusste ich, dass ich nicht viel zu befürchten hatte, da ich mich selbst behandelte und mein Immunsystem so richtig krass aufgebaut hatte.

Naja, ich wurde doch nicht abgeholt und das CT musste warten. Ich fragte noch einige Male nach, wann es soweit wäre, dass ich die nötige Untersuchung bekomme, aber die Schwestern meinten nur, dass es dann wahrscheinlich morgen soweit wäre. Ich hatte damit gerechnet an dem Tag wieder nach Hause zu gehen. Mein Sohn war krank und musste sich alleine um unsere Haustiere kümmern. Und abgesehen davon, hatte ich viel zu tun.

Am nächsten Tag wurde ich auch immer wieder vertröstet. Daraufhin ging ich selbst in die Radiologie, um mich zu erkundigen, wann ich mit dem geplanten Eingriff rechnen könne. Da erfuhr ich, dass ich komplett vergessen wurde. Meine Akte wurde erst zehn Minuten zuvor in die Radiologie gebracht. Mir wurde gesagt, dass etwa zwanzig Patienten noch vor mir dran wären und es nicht sicher sei, dass ich an dem Tag noch dran kommen würde. Ich beschwere mich eher selten. Aber da tat ich es. Dann ging ich wieder auf mein Zimmer, um die Zeit totzuschlagen.

Nach etwa zwei Stunden wurde ich dann doch in die Radiologie geschickt. Sie hatten mich doch noch irgendwie eingeschoben. Wie immer bekam ich während des Eingriffs Kontrastmittel gespritzt. Mir wird immer total übel, wenn ich die Injektion bekomme. Das letzte Mal, hätte ich fast gespeit. Das ist nicht wirklich angenehm, wenn man gerade auf dem Rücken liegt und sich nicht rühren darf. Diesmal war es wieder so. Mir wurde total übel. Aber zum Glück dauert diese Untersuchung nicht allzu lange und ich konnte es mir gerade noch verkneifen, alles vollzukotzen.🤢

Ich war endlich fertig und durfte endlich nach Hause. Am nächsten Tag sollte ich zur Besprechung in die Klinik kommen. Die Onkologin war auch ziemlich erstaunt, über das Ergebnis. Sie entdeckte auf den ersten Blick nichts auffälliges. Sie meinte aber, dass die Radiologin nochmal explizit drüber schauen müsste. Dann würde ich den Entlassungsbericht nach Hause bekommen. Sie wollte mir zwei Tage später den Bericht eigenhändig in den Briefkasten werfen.

Ich saß also wie auf Kohlen und wartete an dem besagten Tag auf diesen Brief. Ich blieb den ganzen Tag zu Hause und rannte ständig zum Briefkasten, um zu sehen, ob sie schon da war. Als es aber immer später wurde, es war sicher schon 21.00 Uhr, dachte ich mir schon, dass ich vergessen wurde. Darum fuhr ich selbst in die Klinik, um mir die Entlassungspapiere zu holen. Etwas aufgeregt war ich schon. Ich muss zugeben, ich hatte mit einem wirklich guten Ergebnis gerechnet.

Wie schon im Februar diagnostiziert wurde, sind meine Lungenmetastasen enorm zurückgegangen. Es wurden aber noch zwei Metastasen in der Lunge gefunden. Die größte aller Lungentumore ist mittlerweile von 4,8 auf 2,3 cm geschrumpft. Was mit dem zweiten Befund ist, check ich noch nicht so ganz. Davon war im Februar nicht die Rede. Werde das aber im Januar mal mit meiner Onkologin genau besprechen. Auch, wenn im Blut nichts mehr nachweisbar ist, sind diese zwei Restbefunde da. Das ist aber kein Drama. Momentan habe ich alles im Griff.

Es gibt aber was, das mich schon etwas zurückgeworfen hat. Es wurden zwei Metastasen in den Rippen entdeckt. Ich werde diesbezüglich aber noch einmal einen Radiologen konsultieren. Die Rippenmetastasen sind aber genau wie die größere Metastase in der Hüfte sklerosiert. Das bedeutet, das sich das Knochengewebe wieder verdichtet hat. Darum werde ich mit den Biphosphonaten (Therapie, um Knochenmetastasen am Wachstum zu hindern) auch nicht wieder anfangen. So lange ich keine Probleme damit habe, mach ich hier mein Ding!

Nichts desto trotz, bin ich glücklich über das Ergebnis. Ich habe 1,5 Jahre „über“lebt. Aber ich werde noch LEBEN!! So richtig! Mit allem, was dazu gehört. Mit allem, was das Leben so zu bieten hat. Und dabei ist es mir egal, was sich in meinem Körper befindet. Das ist eben ein Teil von mir. Ich mache mich nicht verrückt. Ich habe gelernt hinzufallen und wieder aufzustehen. Das mache ich schon so lange. Und ich denke, ich mache das ganz gut und ich glaube, ich weiß was jetzt zu tun ist. 😉

#brustkrebs #metastisierterbrustkrebs #cancer #computertumographie #staging

Familientag💚

Sonntag ist bei uns Familientag. Da bekommt mein Sohn meine uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Nach dieser turbulenten Zeit ist das total wichtig für uns. So ein geregeltes Familienleben war eine Zeit lang nicht mehr möglich, da wir durch Außenstehende Personen oft aus der Bahn geworfen wurden. Das ist jetzt vorbei! Jetzt läuft es wieder wie früher und ich finde es toll! Ich bin zwar eine mittlerweile 37 jährige Mutter, aber irgendwie bin ich nie wirklich erwachsen geworden und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich das auch nie werde. 🙃 Das ist der Grund, warum ich mich auch sehr gerne mit Kindern und Jugendlichen umgebe.🤣

Wir gehen schwimmen, in die Sauna, töpfern, fahren Fahrrad, spielen Tischtennis und so weiter. Also das, was normale Familien auch tun. Manchmal läuft aber alles aus dem Ruder und wir rangeln, machen nur Blödsinn oder hängen einfach miteinander rum, so wie das Freunde tun.🤜🤛

Heute waren wir skaten, er mit dem Skateboard und ich habe meine Inliner ausprobiert, die ich zwar schon ewig habe, die aber nie genutzt wurden. Ich stand heute seit Ewigkeiten das erste mal wieder auf Rollen. Und dafür hat es echt ganz gut geklappt. Zumindest bin ich wieder heile zu Hause angekommen und das ist ja auch schon mal ne Leistung für so ne alte Krebsmuddi!🙏

Im Anschluss gab’s noch ne kleine Übung für Bizeps, Trizeps, Rücken, Bauch, Po und Oberschenkel. Dabei sehe ich zwar aus, als würde ich irgendetwas herauspressen wollen. 💩 Aber beim Training auch noch gut auszusehen ist mir dann doch zu anstrengend. 😉

So kann es weitergehen. Nur für den Winter brauch ich noch nen geeigneten Zeitvertreib. 🤔

#familie #daslebenistschön #machdichkrass #brustkrebs #metastisierterbrustkrebs #“can“ cer

Selbstvertrauen 💜

Als ich letztes Jahr meine Diagnose bekam, ging es mir schon Monate zuvor total beschissen. Eigentlich war es denk ich sogar die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich wurde von Menschen, die mir extrem nahe standen auf`s übelste hintergangen und das immer wieder. Einen Tag bevor ich meine Diagnose bekam, ging es mir so schlecht, dass ich das erste Mal in meinem Leben meine Existenz in Frage stellte. Es gibt tatsächlich Menschen, die es schaffen, einen komplett zu zerstören, wenn man nicht aufpasst. Obwohl ich glaube, dass ich wirklich belastbar bin.

Die meisten hätten sich an meiner Stelle wahrscheinlich schon längst das Leben genommen, wenn sie so eine kranke Geschichte hinter sich hätten, wie ich. Auch, wenn man grundsätzlich ein starkes Selbstwertgefühl hat, gibt es Menschen, die es immer wieder schaffen, es zu zerstören.

In meiner Lage wünscht man sich Menschen, die an einen glauben. Die einem Mut machen und auch mal zuhören. Aber wenn ich eins im Leben gelernt habe, dann ist es das, dass man niemals etwas erwarten sollte, von niemandem. Jeder Mensch tickt anders und man sollte nicht von sich auf andere schließen. Die Welt ist voller Leute mit krassen Problemen, die nur ein Ventil dafür suchen, ihre Unzufriedenheit an anderen auszulassen. Sie projizieren ihren Selbsthass auf andere, um sich selbst besser zu fühlen.

Neid, Missgunst und Eifersucht gibt es so oft in jeglicher Art von Beziehungen. Aber, dass man auf einen Menschen wie mich eifersüchtig ist, der eigentlich in der beschissensten Lage überhaupt steckt, habe ich lange nicht verstanden. Mittlerweile verstehe ich es aber viel besser. Ich bin ein sehr glücklicher Mensch. Egal was passiert, ich fange mich immer wieder und ich versuche immer das Beste aus der Situation zu machen, in der ich mich gerade befinde. Wenn das Menschen sehen, die viel unglücklicher sind als ich, obwohl sie körperlich gesund sind, viel mehr Kohle haben, in einer intakten Familie leben und beruflich erfolgreich sind und mich dann sehen, wie ich mit dem ganzen 💩 in meinem Leben umgehe, entwickeln sie Neid und teilweise sogar einen richtigen Hass auf mich. Ich weiß aber mittlerweile, dass es dabei weniger um mich geht, sondern das Problem bei ihnen selbst liegt.

Die meisten in meiner Lage hätten sich längst aufgegeben. Je mehr man auf jemanden drauf haut, desto weniger Kraft, Antrieb und Ehrgeiz hat diese Person in der Regel. Mich hat auch einiges kaputt gemacht. Aber, ich habe alle Menschen aus meinem Leben verbannt, die mir immer wieder geschadet haben. Und in meinem Fall ist es so, dass ich gerade deshalb einen extremen Ehrgeiz und Lebenswillen entwickelt habe. Kaum jemand in meinem näheren Umfeld hat an mich geglaubt. Ich hatte lange Probleme damit. Man fühlt sich echt 💩, wenn man in einer solchen Lage ist. Wenn man aber in Selbstmitleid versinkt, wird alles nur schlimmer.

Es gibt zwei Optionen, die man dann hat.

Die eine wäre, einfach aufzugeben, sich langsam nach nem Hospizplatz umzusehen und alles zu regeln, wie es die Onkologen immer so schön umschreiben. Das heißt unter anderem, jemanden zu suchen, dem man sein Kind anvertraut, für den Fall der Fälle, der ja unweigerlich auf einen zukommt. Das werde ich nicht tun! Mein Sohn ist 16 Jahre alt und ich werde mindestens so lange leben, bis er komplett auf eigenen Beinen steht. Ich hatte meine Erstdiagnose, als er drei Jahre alt war und damals habe ich schon beschlossen, dass ich dafür sorgen werde, dass er nicht ohne Mutter aufwachsen wird.

Die zweite Option, die man hat wäre, auf die Meinung anderer zu kacken und Eigeninitiative zu entwickeln. Das ist es, wofür ich mich entschieden habe und momentan fahre ich ganz gut damit. Ich habe viel gelesen über meine Erkrankung, über mögliche Therapiemöglichkeiten, Ernährung, Entgiftung und die möglichen Ursachen. Ich lasse mir nichts mehr vorschreiben, was mein Leben und meine Gesundheit betrifft. Wenn mir jemand sagt, dass ich irgendetwas bestimmtes tun muss, tue ich es nicht, sondern hinterfrage das Ganze. Und ich weiß, dass ich eine Chance habe, noch lange und gut zu leben. 🍀 Und da kann mir die ganze Welt das Gegenteil erzählen.

Letzes Jahr haben mir meine Ärzte prophezeiht, dass ich ohne eine Therapie noch maximal ein halbes Jahr leben werde. Es musste schnell gehen, darum habe ich eine Therapie begonnen. Als ich im Dezember 2017 meine Therapie abgebrochen habe und alleine weitergemacht habe, gab es kaum jemanden, der hinter mir stand. Viele haben mich belächelt, waren besorgt oder dachten, ich hätte nen Knall.

Meine Onkologin hat gemeint, ich könnte froh sein, wenn ich einen Stillstand hätte, so dass der Krebs eine Weile nicht weiterwachsen kann. Den hatte ich auch, durch diese Therapie. Aber, wenn meine Lunge voller kleiner und großer Metastasen hat, reicht mir ein Stillstand nicht aus. Meine Ärztin meinte, meine Tumormarker würden niemals so weit zurückgehen, wie bei einem gesunden Menschen. Sie hat mir öfter gesagt, dass ich nicht ständig nach anderen Heilmethoden suchen sollte. Ich müsse akzeptieren, dass ich unheilbar krank bin. Aber sie hat sich getäuscht.

Seitdem sind bereits 1,5 Jahre vergangen und in meinem Blut ist momentan nichts mehr nachweisbar.

Es gab/gibt Menschen, die mir nichts gutes wünschen. Die mir das alles nicht gönnen. Aber dadurch entwickel ich einen noch viel stärkeren Willen, weiterzumachen. Ich werde denen, die mich am Boden sehen wollen zeigen, dass ich fliegen kann. 🕊️

Denn nicht die Umstände, sondern allein deine Gedanken, entscheiden darüber ob du glücklich bist oder nicht.💜🍀

#eigenverantwortung #cancer #brustkrebs #metastisierterbrustkrebs #daslebenistdaswasdudrasmachst #selbstvertrauen #selbstliebe

Alles bestens! 🍀

Heute war ich seit zwei Monaten das erste Mal wieder bei meiner Onkologin, besser gesagt, bei ihrer Vertretung. Nach ein bisschen small talk blätterte sie in meiner Akte und erwähnte nebenbei, dass sich meine Tumormarker ja im Normbereich befinden und momentan ja alles so super bei mir läufen würde. Ich fragte nochmal nach, weil ich erst dachte, ich hätte mich verhört. Aber sie wiederholte das ganze nochmal. Sie meinte, meine Tumormarker wären schon im Juli bei 29 gewesen. Ich war total ggeschocktneschockt, aber auch total erleichtert und dankbar. Gerade die letzten Monate waren nicht unbedingt einfach für mich. Darum habe ich diesmal nicht mit einem so guten Ergebnis gerechnet.

Tumormarker

Tumormarker sind Entzündungswerte im Blut. In der Krebstherapie sind erhöhte Tumormarker in der Regel ein Indiz dafür, dass der Krebs wächst. Wenn sie wieder sinken, kann man davon ausgehen, dass die Therapie anschlägt und der Krebs rückläufig ist. Manchmal sind die Werte aber auch ungenau und es gibt Krebspatienten, deren Tumormarker trotz Krebserkrankung nicht erhöht sind und genauso ist es umgekehrt. Es gibt Menschen mit erhöhten Tumormarkern, die trotzdem gesund sind. Das liegt daran, dass es Eiweißbestandteile sind, die entweder durch Krebszellen hergestellt werden oder aber vom Organismus selbst. Durch Schwangerschaft, einem hohen Lebensalter oder durch schädliche Umwelteinflüsse kann der Entzündungswert auch von der Norm abweichen. Man sollte sich also nicht immer an den Tumormarkern orientieren. Bei mir sind die Tumormarker aber sehr zuverlässig, was meine aktuellen Krebsverlauf betrifft.

Rückblick

Letztes Jahr habe ich meine Onkologin ständig nach meinen Werten gefragt. Bei Brustkrebs gilt ein Wert von über 35 als erhöht und kann eventuell auf eine Krebserkrankung hindeuten. Als ich letztes Jahr meine erneute Krebsdiagnose bekam, hatte ich einen Wert von 841. Meine Ärztin meinte, dass sie zwar versteht, dass ich ständig nach anderen Heilmethoden suche. Aber sie muss mir sagen, dass ich niemals in den Normbereich kommen werde, was meine Tumormarker betrifft und dass ich doch schon froh sein könnte, dass sie etwas rückläufig waren und der Krebs zumindest nicht weiter wächst. Ich wusste aber, dass ich es schaffen kann! Viele Ärzte haben mich immer wieder belächelt, als ich erzählt habe, was ich noch alles zusätzlich mache. Keiner hat etwas davon wirklich ernst genommen. Darum habe ich irgendwann beschlossen, mich etwas zurückzuhalten und nicht mehr alles mit ihnen teile. Ich habe es nicht abgesprochen, meine Therapie abzubrechen und meinen Weg alleine weiter zu gehen, weder mit meinen Ärzten, noch mit meiner Heilpraktikerin. Wobei ich sagen muss, dass meine Heilpraktikerin, bei der ich mir regelmäßig Vitamin C Infusionen geben lasse, immer hinter mir steht und genau wie ich der Meinung ist, dass jeder Mensch das Recht haben sollte, selbst über seinen Körper entscheiden zu dürfen. Und genau das tue ich!

Ich habe meine Haupttherapie bereits Anfang Dezember 2017 abgebrochen, weil ich herausgefunden habe, dass Ibrance (Aromatasehemmer/Östrogenblocker) meine Killerzellen lahm legt. Ich habe dafür extra spezielle Tests in einer Privatpraxis machen lassen. Ich habe mich ernsthaft gefragt, wie es sein kann, dass ein Medikament, dass meinen Krebs bekämpfen soll, die Funktion meiner Killerzellen negativ beeinflusst. Ich hatte mir viele Gedanken gemacht, viel gelesen und in mich hineingespürt und mich dann dazu entschlosssen, das Medikament abzusetzen. Das Präperat Ibrance bzw Paraciclip wurde auch von die Medien schon kritisiert, weil der Preis von etwa 6000€ für 21 Pillen alles andere als berechtfertigt ist. Zu meiner Therapie gehörte aber auch noch ein anderer Östrogenblocker namens Letrozol. Dazu habe ich mir noch mehr Gedanken gemacht, weil es letztendlich das einzige war, was meine Hormone geregelt hat. Aber auch dieses Medikament hat Nebenwirkungen. Ich hatte ständig Gliederschmerzen und krasse Schweißausbrüche. Außerdem musste ich ständig auf die Toilette. Auf jeden Fall, fand ich das alles sehr anstengend, auch wenn ich weiß, dass es da noch ganz andere Therapien gibt, die viel heftigere Nebenwirkungen haben. Ich wollte das nicht mehr. Ich wollte mein Leben genießen! Ich nehme seit Anfang Mai gar keine Antihormon-Präperate mehr ein. Meine Hormone regel ich momentan anders. Das einzige, was ich schulmedizinisch noch mache sind die Biphosphonate (X-Gewa), die ich monatlich gespritzt bekomme. Sie sind dafür gedacht, meine Knochen soweit zu härten, dass meine Metastase in der Hüfte nicht weiter wächst. Auch X-Gewa wollte ich absetzen. Meine Onkologin meinte, die Metastase hätte sich verkapselt. Das heißt, dass momentan keine unmittelbare Gefahr besteht. Sie hat mich allerdings davor gewarnt, die Therapie abzusetzen, weil die Metastase direkt in der Hüfte sitzt und ich irgendwann nicht mehr laufen kann, falls sie weiter wächst. Sie meinte, an einer anderen Körperstelle wäre das etwas anderes. Da wäre der Schaden nicht ganz so groß, wenn sie noch etwas wachsen würde. Aber wenn der positive Verlauf meiner Behandlung weiter so anhält, werde ich auch dieses X-Gewa absetzen. Auch Biphosphonate haben krasse Nebenwirkungen. Mir mussten aufgrund der Behandlung bereits zwei Zähne gezogen werden. Je länger man diese Therapie macht, desto mehr Probleme kommen auf einen zu. Oft führen diese Präperate zu einer Kiefernekrose. Das bedeutet, dass sich der Kieferknochen irgendwann auflöst und man seine Zähne verliert. Das wäre ja gar nicht so dramatisch, wenn man sich dann einfach künstliche Zähne machen lassen würde. Das Problem ist allerdings, wenn sich der Kiefer auflöst, halten gar keine Zähne mehr im Mund. Erst muss der Kiefernknochen komplett abgetragen werden, dass er vollkommen frei von Entzündungen ist. Dann wird in der Regel ein Stück Knochen aus der Hüfte entnommen und in den Kiefer transplantiert. Erst wenn alles verheilt ist (das kann etwa zwei Jahre dauern) kann man sich wieder ein anständiges Gebiss einsetzen lassen. Wobei man aber keine Implantate mehr haben darf, da diese Biphosphonate fünf Jahre brauchen, um komplett vom Körper ausgeschieden zu werden. Ansonsten würde es direkt wieder zu einer krassen Entzündung kommen und die Implantate müssten wieder entfernt werden.

Im Juli hat mir meine Onkologin angeboten, dass ich Ibrance erst mal absetzen könnte, weil es ja ganz besonders gut bei mir angeschlagen hätte. Am liebsten hätte ich gesagt: „Ein Scheiß hat da was angeschlagen! Ich nehme den Mist seit letztem Jahr schon nicht mehr!“ Man muss allerdings sehr vorsichtig sein, wenn man in einem Staat lebt, in dem Politiker überlegen Zwangschemos einführen zu lassen. Ihre Vertretung sagte mir heute nochmal, dass sie nicht glaubt, dass das ohne Ibrance laufen könnte und dass sie nicht begeistert ist, dass ich es seit Juli nicht mehr nehme. Am liebsten hätte ich auch ihr direkt gesagt, dass nicht Ibrance für den Rückgang meiner Metastasen verantwortlich ist. Das heutige Ergebnis hat mich wieder bestärkt indem, was ich tue. Im Blut ist keine Entzündung mehr nachweisbar. Ich habe das geschafft, woran meine Onkologin niemals geglaubt hätte. Und ich weiß, dass ich es nur soweit geschafft habe, weil ich immer wieder an mich geglaubt habe. Und weil ich mein Leben nicht mehr in die Hände anderer lege, sondern endlich auf meine Intuition höre.

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Mein Geburtstag

Viele Frauen in meinem Alter freuen sich gar nicht mehr so wirklich über ihren Geburtstag, weil sie oft ein Problem damit haben, älter zu werden. Ich habe sogar Freundinnen, deren Alter ich seit Jahren nicht mehr erwähnen darf, weil es sie so sehr belastet, alt zu werden.

In meinem Fall ist das ganz anders. Ich hatte noch nie ein Problem mit dem Altern. Für mich ist es ein Privileg, älter zu werden. Nachdem mein letzter Geburtstag schon ziemlich bescheiden war, hatte ich mich in diesem Jahr besonders darauf gefreut. Da sich aber in letzter Zeit sehr vieles in meinem Leben geändert hat, will ich momentan viel lieber alleine sein.

Ich hatte keine Erwartungen an den heutigen Tag. Ganz einfach, weil man dann auch nicht enttäuscht werden kann. Ich brauche keinen Geburtstagsstress, keine Hektik, keine Gäste um die ich mich kümmern muss. Und Geschenke brauche ich auch nicht. Das einzige, was ich mir wünsche ist etwas Empathie, Verständnis und ein bisschen Rücksicht. Das scheint vielen Menschen schwer zu fallen, darum kaufen sie mir lieber irgend nen Scheiß! Auf den ich momentan aber gerne verzichte.

Ich lerne gerade mein Glück nicht mehr von anderen Menschen abhängig zu machen. Ist gar nicht so einfach, wie man denkt.

Heute war für mich ein Tag wie jeder andere. Ich hatte Termine bei verschiedenen Ärzten und vom MDK wurde ich auch begutachtet. Am Abend war ich mit meinem Sohn und nem Freund indisch essen. Das hat mir heute vollkommen ausgereicht. Am liebsten wäre ich heute aber einfach irgendwo im Wald spazieren gegangen und hätte am liebsten nichts gehört und niemanden gesehen. Das heißt nicht, dass es mir schlecht geht. Mir geht es in letzter Zeit sogar oft sehr gut, wenn ich ganz alleine bin und mir niemand auf den Sack geht.

Ich bin gerade dabei mich mit einem ganz besonderen Menschen zu befassen. Und dieser Mensch bin ich.😉 Ich habe mich das erste Mal an meinem Geburtstag selbst beschenkt. Und ab jetzt, werde ich mir an meinen Geburtstagen, wie viele das auch immer sein werden, nur gutes tun. Dazu muss man nicht immer feiern.

So und jetzt lasse ich den Abend mit meinem Sohn und ner Folge „Orange is the new black“ ausklingen.

Das ist das einzige Bild, dass heute von mir gemacht wurde. Wie mein Überraschungscocktail geschmeckt hat, kann ich nicht sagen. Aber er roch lecker nach Kokos. Ich habe in meinem Leben so viele Cocktails getrunken, dass ich das gar nicht mehr brauche. Meinem Sohn hat er auf jeden Fall geschmeckt. 😋

#geburtstag #cancer #brustkrebs #krebs #metastisierterbrustkrebs #selbstliebe #selbstachtung

Update

Seit ein paar Tagen geht es mir wieder richtig gut. Ich denke, ich habe endlich gelernt, mich abzugrenzen und mir nicht noch mehr Probleme aufzuladen. Ich habe sehr vieles hinter mir gelassen. Die letzten Monate waren wirklich wieder ziemlich schwierig für mich. Es war ein ständiges auf und ab. Es ist erstaunlich, wie schnell man sich regenerieren kann, wenn man einfach bestimmte Menschen von sich fern hält.

Endlich kann ich mich wieder auf mich und meine Erkrankung konzentrieren. Jeden, der mich davon abhält, werde ich in Zukunft direkt aus meinem Leben kicken. Man lebt nicht, um sich immer wieder alles zerstören zu lassen, was man sich aufgebaut hat. Und man lebt auch nicht, um ständig allen anderen immer wieder alles recht zu machen. Erst recht nicht, wenn diese Menschen gar kein Rechtsbewusstsein haben. Manchmal ist man alleine einfach besser dran.

Viele Menschen haben Angst vor dem alleine sein. Die habe ich nicht. Manchmal ist es besser alleine zu sein, als seine Zeit mit Menschen zu verbringen, die einem ständig wieder in den Rücken fallen. Egal, genug von dem negativen Geschwafel.

Jetzt geht es wieder positiv weiter. Endlich kann ich wieder uneingeschränkt für meinen Sohn da sein. Auch, wenn er das gar nicht unbedingt möchte. Es ist schon merkwürdig, wenn man endlich mal richtig viel Zeit für sein Kind hat und man feststellen muss, dass es gar keinen Bock hat auf so ne Glucken-Mutter, die einem nicht mehr von der Pelle weicht. Naja, so ist das eben mit nem 16 jährigen Sohn. Das Leben ist immer im Fluss. Nichts bleibt, wie es war. Aber es ist auch gut so, weil ich mich jetzt endlich mal auf mich konzentrieren kann.

Diese Strafsache regel ich auch noch. Ich habe bereits widerrufen und habe auch schon einen Gerichtstermin für die Verhandlung. Ich hoffe natürlich auf einen Freispruch, aber selbst wenn ich verurteilt werde, wird mich das nicht klein kriegen. Ich habe die letzten Jahre schon so viel durch, dass mich kaum noch etwas aus der Bahn wirft. Und wenn doch, fang ich mich ganz schnell wieder. Ich werde für alles Lösungen finden, was noch kommt.

Das Leben ist ein Spiel, in dem man manchmal verliert und manchmal gewinnt. Ich mache es auf jeden Fall jetzt, wie beim „Mensch ärgere dich nicht“. Ich schlage alle, die mir im Weg stehen. Nur so kommt man ans Ziel. Und nur so, muss man sich auch wirklich nicht mehr rum ärgern.

#metastisierterbrustkrebs #brustkrebs #cancer #daslebenistschön

Unser Rechtsstaat

Wie einige mitbekommen haben, hatte ich vor einigen Monaten einen richtig krassen Zusammenbruch. Alles, was ich damals gepostet habe, hätte ich lieber nicht mit der Öffentlichkeit geteilt. Zu dem Zeitpunkt war ich aber in einem dermaßen schlechten Zustand, dass ich nicht anders reagieren konnte. Auf die Einzelheiten will ich gar nicht mehr eingehen, weil das ganze echt ne Nummer zu krass für mich war.

Rückblick

Aufgrund eines heftigen Familiendramas, wurde mir der Notarzt nach Hause geschickt. Ich habe die Sanitäter nicht hineingebeten. Sie wurden durch eine dritte Person in meine Wohnung gelassen. Diese Person hatte mich versucht in die Psychatrie einweisen zu lassen, obwohl es dafür keinen ersichtlichen Grund gab. Ich redete also mit den Sanitätern und versuchte Ihnen zu erklären, was los war. Es war schrecklich! Man kann sich das kaum vorstellen, wenn man es selbst nicht erlebt hat. Zum Glück war mein Sohn gerade für ein paar Tage bei seiner Freundin. Als ich gerade mit den Sanitätern diskutierte, kam die Polizei dazu. Die Beamten legten gleich los und durchforsteten meine Wohnung. Als ich meine Situation erklärt hatte, wollten sie eigentlich wieder gehen. Doch einer von ihnen hatte bereits die Growbox in meinem Schlafzimmer entdeckt. Für diejenigen, die so etwas nicht kennen, es ist eine Art Gewächshaus, was hauptsächlich für den Anbau von Cannabis genutzt wird. Sie riefen direkt den SEK hinterher und nahmen die Wohnung komplett auseinander. Mir wurde mein medizinischen Cannabis abgenommen, obwohl ich der Polizei erklärt habe, dass ich es dringend für meine Behandlung brauche. Sie meinten, wenn ich Unterlagen einreiche, die das belegen, würde ich die Blüten zurück bekommen. Das habe ich auch getan. Trotzdem wurde mein medizinisches Cannabis eingeschickt, obwohl es noch originalverpackt war und ich habe es bis jetzt, nach über vier Monaten nicht zurückgekommen.

Die Growbox war leer, als die Polizei hier alles konfeszierte. Es befanden sich lediglich noch ein paar Stiele und eine Tüte mit verbrannten Blättern (Müll) in der Box. Ich habe letztes Jahr lange versucht an medizinisches Cannabis heran zu kommen, ganz einfach weil es das einzige ist, was mir momentan hilft. Nachdem ich endlich einen Arzt gefunden hatte, der es mir verschreibt, musste ich noch auf die Zusage der Krankenkasse warten. Als ich sie endlich hatte, kam das nächste Problem auf mich zu. Die Blüten waren nirgends vorrätig. Ich recherchierte monatelang und konnte keine Apotheke finden, die mir die Blüten beschaffen konnte. Das war echt n riesen Stress, wenn man bedenkt wie beschissen es mir damals ging. Ich fand nur eine einzige Apotheke, die mir meine Medizin bestellen wollte. Es hätte aber Monate gedauert, bis ich die Blüten bekommen hätte und dann auch nur einmalig. Ich brauche sie aber regelmäßig. Also entschloss ich mich, mir ein paar Samen zu holen. Die habe ich dann eingepflanzt. Ein paar der Pflanzen sind komplett kaputt gegangen. Es war kein hoher Ertrag und alles was ich geerntet habe, habe ich selbst konsumiert. Als ich endlich eine Apotheke gefunden hatte, die mir meine Medizin beschaffen konnte, ließ ich das Ganze, ganz einfach weil es nicht mehr notwendig war, selbst anzubauen.

Ich habe lange versucht meine medizinischen Blüten zurückzubekommen. Aber es war nicht möglich. Das ist ja wieder so ne Sache. Da wird einem die Medizin abgenommen und wenn man sich dann selbst auf illegale Weise Blüten besorgt, macht man sich strafbar. Wenn man nicht aufpasst, ist das ein ewiger Teufelskreis. Als wenn man als alleinerziehende, totkranke Mutter nichts besseres zu tun hätte, als aus Spaß Cannabis anzupflanzen. Das habe ich 36 Jahre nicht getan. Warum also, sollte ich es jetzt tun?

Ich finde es muss sich einiges in diesem „Rechtsstaat“ ändern. Es gibt viele Menschen wie mich. Die meisten lassen sich von all dem abschrecken. Mich nicht! Ich bin keine Kriminelle und ich will auch nie wieder so behandelt werden, wenn ich nichts unrechtes getan habe.

Ich habe alles im Leben verloren, außer meinen Sohn. Alles auf einmal! Aber ich habe mich und so lange ich kann, werde ich für mich und mein Kind kämpfen. Und wenn ich nicht mehr kann, werde ich erhobenen Hauptes sterben, ohne diese ganzen verlogenen Menschen, die mich erst in diese Situation gebracht haben. Weit weg von dieser ganzen Scheiße und weit weg von diesen ganzen Menschen und wenn das bedeutet, dass ich irgendwo unter ner Brücke jämmerlich verrecke.

Aber wahrscheinlich werde ich mich wieder fangen, wie ich es immer tue. Der heutige Tag ist allerdings gelaufen.

#cannabis #medizinischescannabis #brustkrebs #metastisierterbrustkrebs #sek